Wirth Anderlan: Treffen mit Kalterer Neonazi-Gruppe

Netzwerktreffen mit der Neonazi-Gruppe „Aktverein“ im Haus Anderlan: Und am Ende noch ein Gruppenfoto mit „White-Power“-Gruß

Mitte Juli lud Jürgen Wirth Anderlan zahlreiche Mitglieder der Neonazi-Gruppe „Aktverein“ zu einem Treffen zu sich nach Hause ein. Das Treffen hatte einen politischen Charakter – inklusive Gruppenfoto mit „White-Power-Gruß“. Der „Aktverein“ ist eine junge, gewaltaffine Gruppe, die online mit Nazi-Verherrlichung wirbt. Wir fordern: Mit diesem Treffen hat Anderlan wieder einmal gezeigt, wo er steht; gegen die Neonazi-Gruppe muss aktiv vorgegangen werden.

Aktuelles Bild- und Videomaterial belegt enge Kontakte des Südtiroler Landtagsabgeordneten Jürgen Wirth Anderlan (Liste JWA) zur rechtsextremen Gruppierung „Aktverein Kaltern“. Neben seiner öffentlichen Unterstützung für Akteure der sogenannten Neuen Rechten (Einladung des Identitären-Sprechers Martin Sellner 2025) belegen neu aufgetauchte Aufnahmen sowohl öffentliche als auch private Zusammentreffen des Politikers mit Mitgliedern der rechtsextremen Vereinigung.

NS-Propaganda und rechtsextreme Symbolik

Seit August 2025 existiert in der Gemeinde Kaltern eine aktive rechtsextreme Jugendgruppe namens „Aktverein Kaltern“ (wir berichteten), die ihre Aktivitäten regelmäßig in den sozialen Netzwerken dokumentiert. Auf Instagram teilen die Mitglieder Inhalte mit Bezug zum Nationalsozialismus, darunter Propagandagrafiken aus der NS-Zeit und SS-Symbole. Letztere werden auch in Form von Aufklebern im Gemeindegebiet verbreitet.

Bei Gruppentreffen zeigen die Jugendlichen wiederholt den Hitlergruß sowie das bereits genannte „White Power“-Handzeichen. Fotos davon werden auf Social Media verbreitet. Auf einer der Aufnahmen ist ein Hakenkreuz-Tattoo auf der Brust eines Mitglieds zu sehen.  Ob echt oder nicht – die Botschaft ist unmissverständlich. Die Vermutung liegt nahe, dass Hakenkreuz-Schmierereien auf Ortsschildern (z. B. St. Pauls im Juni 2026) auch auf das Konto der Gruppe gehen. In den letzten Monaten hat sich die Gruppe stark radikalisiert und verbreitet nun offen rassistisches, völkisch-nationales und queerfeindliches Gedankengut. So unterstützte sie auch die „Remigrations“-Demonstration der faschistischen CasaPound-Gruppe in Bozen.

Die Gruppierung ist aufgrund gewalttätiger Übergriffe und Sachbeschädigungen polizeibekannt. Strafbescheide werden wie Trophäen gesammelt und im Netz veröffentlicht – inklusive der Namen von ermittelnden Carabinieri-Beamten. Der „Aktverein“ besteht zum Großteil aus in Kaltern und Umgebung ansässigen jungen Männern und Jugendlichen. Nachdem die Neonazis ihr Profil sowie alle Beiträge privat stellten, war es antifaschistischen Aktivist:innen weiterhin möglich, das Profil einzusehen und neues Material zu sichern.

Ein Beitrag, den die Gruppe bereits im Jahr 2025 geteilt hat. Mit Masken bekleidet verbrennen sie einen Medienartikel, der über sie geschrieben wurde.

Zusammentreffen mit Anderlan beim Dorfturnier

Aus Recherchen geht hervor, dass die Gruppe vor kurzem mit einer eigenen Mannschaft beim Kalterer Dorfturnier teilnahm. Die selbst gestalteten Trikots waren mit einschlägigen rechtsextremen Symbolen bedruckt: Auf der Rückseite befanden sich die Zahlen 88 und 44 – bekannte Codes für „Heil Hitler“ und die „Wolfsbrigade 44“.

Trotz dieser rechtsextremen Codes auf den Trikots durfte die Gruppe an dem Turnier teilnehmen. Die Veranstalter müssen sich die Frage gefallen lassen, wie es möglich sein konnte, dass bei dem Fußballturnier rechtsextreme Propaganda betrieben werden konnte.

Am Rande dieser Sportveranstaltung kam es zu Begegnungen mit Jürgen Wirth Anderlan. Bildmaterial belegt, wie der Politiker zunächst neben der Gruppe und deren Fahne auf dem Spielfeld posiert. Auf einem darauffolgenden Selfie mit einem der Jugendlichen zeigt Wirth Anderlan selbst das „White Power“-Handzeichen in die Kamera – ein internationales Erkennungszeichen von Rechtsextremen, mit dem die rassische Überlegenheit zum Ausdruck gebracht wird. Populär gemacht wurde das Symbol durch den rechtsextremen Massenmörder von Christchurch 2019.

Privates Treffen mit Neo-Nazis bei Anderlan

Mitte Juli kam es zu einem weiteren, privaten Treffen. Ein Foto zeigt Wirth Anderlan gemeinsam mit neun Mitgliedern der Gruppierung an einem Tisch sitzend. Neben Getränken und Zigaretten sind auf dem Tisch auch Aufkleber des „Aktvereins“ zu sehen. Durch den Vergleich mit Videos, die Wirth Anderlan selbst über die Jahre auf Instagram geteilt hat, lässt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schließen, dass die Fotos bei ihm zu Hause entstanden sind.

Das Treffen hatte einen politischen Charakter, wie Bildaufnahmen belegen: Ein vorliegendes Foto zeigt Wirth Anderlan zusammen mit acht Mitgliedern der Gruppe, vor ihnen liegt Werbematerial des „Aktvereins“. Sowohl der Politiker als auch mehrere der anwesenden Jugendlichen zeigen auf dem Gruppenfoto das rechtsextreme „White Power“-Zeichen. Offenbar versucht Anderlan gezielt Mitglieder im rechtsextremen Milieu zu rekrutieren. Auf Social Media machte der „Aktverein“ im Anschluss Werbung für die Liste JWA. Während Anderlan antifaschistische Initiativen als „Linksterroristen“ bezeichnet, sucht er offenbar gezielt die Zusammenarbeit mit Neonazi-Gruppen.

Anderlan mit Aktverein-Mitglieder bei sich zu Hause: Verbrüderung mit Bier und rassistische Handzeichen

Die Existenz und das Auftreten der Gruppierung sind in Kaltern seit Längerem bekannt. Neben regionalen Jugendorganisationen haben auch die Ortspolizei, die Carabinieri sowie lokale Sicherheitsdienste wie die STS Kenntnis von der Gruppe. Der Bürgermeister wurde bereits vom ORF um eine Stellungnahme gebeten, lehnte diese damals jedoch ab. In den vergangenen zwei Jahren berichteten verschiedene Medien mehrfach über die Jugendlichen, unter anderem im Zusammenhang mit Vandalismus und gewalttätigen Vorfällen. Neben Online-Portalen griffen auch Printmedien und Fernsehreportagen wie das ORF Südtirol die Thematik auf. Es ist daher stark davon auszugehen, dass auch dem in Kaltern wohnhaften Jürgen Wirth Anderlan der rechtsextreme Hintergrund der Gruppe vollumfänglich bekannt war.

Unterstützer der extremen Rechten

Jürgen Wirth Anderlan ist ein Südtiroler Landtagsabgeordneter, der sich auf seiner eigenen Website selbst als rechtsextrem bezeichnet und regelmäßig durch entsprechende Rhetorik auffällt. Er unterstützt öffentlich diverse rechtsextreme Gruppierungen, Vereine und Akteure. So lud er beispielsweise im Mai 2025 den österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner nach Südtirol ein, um dessen Buch zu präsentieren (wir berichteten).

Sellner war lange Sprecher der Identitären Bewegung Österreichs. Er ist als Akteur der Neuen Rechten bekannt und propagiert offen rassistische, völkische und antisemitische Positionen. Mehrere Staaten haben bereits unbefristete oder temporäre Einreiseverbote gegen ihn verhängt.

Nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen in Christchurch am 15. März 2019 wurden gegen Sellner Vorwürfe der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung erhoben, da er vom Täter eine Spende in Höhe von rund 1.500 Euro erhalten hatte. Sellner distanzierte sich zwar von dem Attentäter und erklärte, mit dem Anschlag nichts zu tun zu haben, räumte jedoch ein, mehrfach mit ihm in Kontakt gestanden zu haben.

Auch der Südtiroler Gruppierung „Junge Aktion“ hält Wirth Anderlan weiterhin die Treue. Diese war lange mit NS-verherrlichenden Aufklebern und dem „White Power“-Handzeichen (einem oft verwendeten Schlüsselbegriff in der Neonazi-Szene) auf Instagram präsent, bevor ihr Profil wegen Hassrede gesperrt wurde.

Im Hintergrund dieser Südtiroler Gruppierung ist vermutlich auch Wirth Anderlans enger politischer Mitarbeiter Raphael Mayrhofer aktiv (wir berichteten). Als Fraktionsmitarbeiter ist er seit einigen Jahren für Wirth Anderlans politischen Kurs mitverantwortlich. Ideologisch gilt Mayrhofer als völkischer Nationalist und Rechtsextremist, der sowohl mit der Osttiroler Neonazi-Szene als auch mit italienischen Neofaschisten vernetzt ist.Die aktuellen Recherchen zeigen, dass Wirth Anderlan nicht nur die Neue Rechte unterstützt, sondern auch direkte Kontakte ins Neonazi-Milieu pflegt.

Die Gruppe zeigt erneut sarkastisch Medienberichte über sich selbst auf. Darauf folgt eine Mischung aus Videos, die den Hitlergruß und verschiedene Drogen zeigen.

Instrumentalisierung der Demokratie

Vor Kurzem wurde auf dem Blog der Antifa Meran ein weiterer Beitrag veröffentlicht. Dieser zeigt auf, wie Wirth Anderlan mit unaufhörlichen Landtagsanfragen ein demokratisches Instrument für Hetze instrumentalisiert und missbraucht. Auf diesen Artikel reagierte der Politiker zunächst auf seiner Website und im Anschluss – ironischerweise – mit einer weiteren Anfrage an den Landtag. Er ging dabei jedoch kaum auf die inhaltliche Kritik ein, sondern empörte sich hauptsächlich über die Musikauswahl des dazugehörigen Instagram-Posts.

Der Widerspruch ist vielsagend: Während er die Antifa pauschal als „Linksterroristen“ diffamiert, lädt er Rechtsextreme und Neonazis, die öffentlich zu Gewalt und Terrorismus aufrufen, zu sich nach Hause ein. Jürgen Wirth Anderlan ist ein demokratisch gewählter Abgeordneter, der vermutlich bei der nächsten Landtagswahl 2028 wiedergewählt werden könnte. Durch seine offene Unterstützung für rechtsextreme Parteien, Vereine und Gruppierungen lässt sich jedoch mittlerweile ein klares Fazit ziehen: Er ist nicht nur selbst rechtsextrem und ein Förderer von Akteuren, die noch radikaler sind als er, sondern er agiert zutiefst antidemokratisch. Gegen die rechtsextreme Agitation im Landtag und auf der Straße braucht es endlich klare Antworten aus Politik und Zivilgesellschaft, und keine weitere Akzeptanz.

Insgesamt scheint die Gruppe entschlossen zu sein, ihre Haltung nicht zu ändern. In dem Video heißt es: „Wir werden unsere Ideologie niemals ändern.“ Erneut zeigen sie Medienberichte über sich auf, und filmen sich selbst beim vergehen von Straftaten.

Weitere Informationen: Bericht vom Februar 2026 (Gewalt, Hass, SS-Symbole: Rechtsextreme Jugendgruppe in Kaltern)


PRESSEMITTEILUNG VOM 7.8.2026

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Mou, Kola, Lintner: Toxische Männlichkeit und veraltete Rollenbilder

Zwischen Andrew Tate, starre Geschlechterrollen und Südtiroler Influencer

Ein Beitrag des Kollektivs „Sudtirolo Antifascista“

Mal eine andere Art von Beitrag: Heute möchten wir unsere Reflexion über die Folge „Der starke Mann? Rollenbilder im Wandel“ teilen, die am 4. August 2026 in der Sendung „Kontrovers“ auf Rai Südtirol ausgestrahlt wurde.

Zur Klarstellung vorab: Feministischer und antifaschistischer Kampf lassen sich nicht voneinander trennen – vor allem in einer Zeit, in der „Manosphere“-ähnliche Influencer mit homophoben und misogynen Aussagen von sich reden machen und rassistischen Politikern wie Sven Knoll nahestehen.

Worum ging es?

In dieser Folge der Sendung „Kontrovers” diskutiert Moderatorin Maddalena Quaia mit Christof Fauster, dem Initiator der Kampagne „Vater – Kind – gewinnt”, der aktive Vaterschaft in Südtirol sichtbar machen will, und mit Andreas Augschöll, der als Mou im Netz ein traditionelleres Bild von Männlichkeit vertritt.

Mou unterhält zehntausende Follower*innen, schneidet in seinen Videos gerne Speck auf, kauft Bier in Lederhosen und präsentiert seinen trainierten Oberkörper vor schnellen Sportwagen. Seine Meinung zu Rollenbildern zusammengefasst: „Der typische Südtiroler Mann, ist das Oberhaupt der Familie, ein starker Mann – der schaut, dass die Familie läuft, finanziell und auch sonst.“

In diesem Post möchten wir ausgewählte Aussagen von Mou zu toxischer Männlichkeit und sogenannten traditionellen Geschlechterrollen, sowie einige Kommentare zum Thema, kritisch einordnen und mit feministischer Theorie deuten.

Verharmlosung von Andrew Tate?

In der Sendung wird Andrew Tate als „dominant, erfolgreich und unfehlbar“ charakterisiert, eine Beschreibung, die unserer Meinung nach den kriminellen Lebenslauf der Tate Brüder verharmlost. Andrew und Tristan Tates ursprüngliches Geschäftsmodell (vor „Hustlers University“, später „The Real World“, eine Plattform, die kostenpflichtigen Kurse anbietet und als Schneeballsystem kritisiert wird und Tates Reichweite mit der massiven Teilung von ihren Videos gesteigert hat) basierte auf dem „Loverboy“-Prinzip in Kombination mit Webcam-Studios.

Andrew und sein Bruder betrieben Webcam-Studios, in denen Frauen vor der Kamera gegen Bezahlung durch Kunden auftraten. Um Frauen zu rekrutieren, nutzten sie die sogenannte „Loverboy-Methode”. Sie bauten dabei gezielt romantische Beziehungen zu oft finanziell oder emotional vulnerablen Frauen auf, gaukelten Liebe und eine gemeinsame Zukunft vor, um sie emotional abhängig zu machen. War die Bindung hergestellt, wurden die Frauen überredet oder unter Druck gesetzt, für sie im Webcam-Geschäft zu arbeiten; der Großteil der Einnahmen ging an Tate.

Aufgrund dieser Handlungen und dieses „Geschäftsmodells“, wird ihnen sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung, extreme Pornografie und unanständige Darstellungen von Kindern vorgeworfen. Fans glauben fest an deren Unschuld.

Wegen dieser schweren Vorwürfe wurden die Brüder bereits 2022 und 2024 in Rumänien inhaftiert, nach deren Ausreise 2025 in die USA wurden sie im Juli 2026 nochmals verhaftet, und sollten nach Großbritannien ausgeliefert werden. Zurzeit befinden sie sich im Gefängnis in Miami.

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Bologna 1980: Gesicht zeigen gegen rechten Terror

Testo italiano sotto!

In Gedenken an Berta, Argeo und Angelo, die beim rechtsextremen Anschlag im Bahnhof von Bologna am 2. August 1980 getötet wurden.

Bahnhof Bologna Centrale: Am 2. August 1980 explodiert im Wartesaal eine Kofferbombe, das Dach stürzt ein. 85 Menschen sterben, über 200 werden verletzt. Die Attentäter: italienische Neofaschisten. Sie wollen mit dem Anschlag das Land destabilisieren.

Berta Ebner wuchs im Passeiertal in St. Leonhard auf. Ihr Vater war Dorfarzt, sie hatte einen Bruder. Berta war Hausfrau, sie lebte zusammen mit ihrer Mutter in St. Leonhard, als sie mit 50 Jahren in Bologna starb.

Argeo Bonora war Eisenbahner. Er wurde in Galliera bei Bologna geboren und hatte zwei Brüder. Seit 1970 wohnte er aus Arbeitsgründen in Salurn. Argeo war verheiratet und hatte fünf Kinder, als er mit 42 Jahren getötet wurde.

Angelo Priore wurde in Mals im Vinschgau geboren. Er zog nach Messina in Sizilien und wurde Optiker. Er hatte eine Frau und einen 14 Monate alten Sohn. Angelo war das letzte Opfer von Bologna: Im November erlag er den Verletzungen.

Der Bombenanschlag auf den Bahnhof von Bologna 1980 war der Höhepunkt der neofaschistischen Strategie der Spannung. Das Land sollte destabilisiert und linke Gruppen diskreditiert werden. Das Attentat wurde durch Rechtsterroristen der Nuclei Armati Rivoluzionari (NAR) ausgeführt. Führungskräfte des Geheimdienstes SISMI und mutmaßlich auch die P2-Geheimloge waren involviert. Langwierige Gerichtsverfahren führten zur Verurteilung der Täter:innen sowie späterer Komplizen und bewiesen die Verstrickung staatlicher Akteure und Geldgeber.

Erinnern heißt kämpfen: Die Gegenwart zeigt, dass rechtsextremer Terror eine permanente Gefahr ist. Faschismus, Nationalismus und Rassismus sind Ideologien der Gewalt. Nur zusammen können wir eine Zukunft des Friedens und der Gerechtigkeit errichten!


Bologna 1980: Contro il terrorismo di destra, ieri e oggi

Stazione di Bologna Centrale: il 2 agosto 1980, nella sala d’attesa esplode una valigia-bomba e il tetto crolla. 85 persone perdono la vita, oltre 200 rimangono ferite. Gli autori dell’attentato: neofascisti italiani. Con l’attentato intendono destabilizzare il Paese.

Berta Ebner è cresciuta a San Leonardo, nella Val Passiria. Suo padre era il medico del paese e aveva un fratello. Berta era casalinga e viveva con la madre a San Leonardo quando morì a Bologna all’età di 50 anni.

Argeo Bonora era un ferroviere. Era nato a Galliera, vicino a Bologna, e aveva due fratelli. Dal 1970 viveva a Salorno per motivi di lavoro. Argeo era sposato e aveva cinque figli quando fu ucciso all’età di 42 anni.

Angelo Priore è nato a Malles, in Val Venosta. Si è trasferito a Messina, in Sicilia, dove ha intrapreso la professione di ottico. Aveva una moglie e un figlio di 14 mesi. Angelo è stata l’ultima vittima dell’attentato di Bologna: a novembre ha ceduto alle ferite riportate.

L’attentato dinamitardo alla stazione di Bologna del 1980 rappresentò il culmine della strategia della tensione neofascista. L’obiettivo era destabilizzare il Paese e screditare i gruppi di sinistra. L’attentato fu compiuto da terroristi di destra dei Nuclei Armati Rivoluzionari (NAR). Furono coinvolti alti funzionari del servizio segreto SISMI e, presumibilmente, anche la loggia segreta P2. Lunghi procedimenti giudiziari portarono alla condanna degli autori e dei complici, dimostrando il coinvolgimento di attori statali e finanziatori.

Ricordare significa lottare: il presente dimostra che il terrorismo di estrema destra rappresenta un pericolo costante. Il fascismo, il nazionalismo e il razzismo sono ideologie di violenza. Solo uniti possiamo costruire un futuro di pace e giustizia!

Der „fleißigste Abgeordnete”: Wie Jürgen Wirth Anderlan ein demokratisches Instrument missbraucht

Anfragen gehören zu den wichtigsten Kontrollinstrumenten, die Abgeordnete im Südtiroler Landtag haben. Mit einer Anfrage kann jedes Mitglied des Landtags die Landesregierung schriftlich um Auskunft zu einem konkreten Sachverhalt bitten – von Verwaltungsentscheidungen über Förderungen bis zu politischen Vorhaben. Zuständige Landesrät*innen oder die zuständigen Ämter der Südtiroler öffentlichen Verwaltung müssen die Fragen innerhalb der gesetzlich vorgegebenen Frist von 30 Tagen schriftlich beantworten, die Antworten werden veröffentlicht und sind damit für alle einsehbar. Das Instrument dient der Transparenz und der Kontrolle der Exekutive durch die Legislative, ein Grundpfeiler jeder parlamentarischen Demokratie.



Genau dieses Instrument nutzt der rechtsextreme Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan (Liste JWA) inzwischen in einem Ausmaß, das mit seriöser parlamentarischer Kontrolle wenig zu tun hat – und er ist sichtlich stolz darauf. In einem Blogbeitrag auf der Website seiner Liste vom 10. Februar 2026 bezeichnet er sich selbst als „fleißigsten Landesabgeordneten” und verweist auf 423 Anfragen allein in der ersten Hälfte der laufenden Legislaturperiode. Bemerkenswert daran: Anderlan ist der einzige Abgeordnete seiner Liste. Er stellt damit deutlich mehr Anfragen als ganze Fraktionen mit mehreren Mandataren.

Eine überlastete Verwaltung

Dass es sich dabei nicht um übertriebenen Fleiß, sondern um ein strukturelles Problem handelt, hat auch Landtagspräsident Arnold Schuler erkannt. Bereits im November 2025 kritisierte er öffentlich, dass die Arbeitsweise von Anderlan die öffentliche Verwaltung überlaste und in Teilen lahmlege. Zur Veranschaulichung reicht ein Beispiel: eine rund 150-seitige Anfrage zur Corona-Pandemie mit über 1.000 Einzelfragen. Ressourcen, die eigentlich der tatsächlichen Verwaltungsarbeit zugutekommen sollten, werden so gebunden, um Anfragen abzuarbeiten, deren Erkenntnisgewinn oft gegen null tendiert.

Anfragen als Hetzinstrument

Inhaltlich fallen viele der Anfragen Anderlans vor allem durch ihre Stoßrichtung auf. So versuchte er etwa, die Ebola-Ausbrüche in Afrika mit Migration nach Südtirol in Verbindung zu bringen – ein Versuch, Angst zu schüren, wo keine sachliche Grundlage besteht. In einer anderen Anfrage wollte er eine Zusammenarbeit vom steuerfinanzierten Jugendring mit „Antifa”-nahen Organisationen wie dem Feminist Bookclub aufdecken. Bezeichnend dabei ist, dass Anderlan sich vom Begriff „Antifa” regelrecht bedroht zu fühlen scheint – obwohl er als Landtagsabgeordneter nicht nur dem Autonomiestatut, sondern auch der italienischen Verfassung verpflichtet ist, die explizit antifaschistisch begründet ist. Seine Aufregung über das Wort ergibt damit schlicht keinen Sinn.
Andere Anfragen entlarven sich als reine Zeitverschwendung: Bei einer Anfrage zur Staatsbürgerschaft straffällig gewordener Personen verwies die Antwort schlicht auf öffentlich zugängliche ASTAT-Statistiken – Informationen, die Anderlan mit wenigen Klicks selbst hätte finden können. Auch die Anfrage, ob Bozen Solidale öffentliche Landesbeiträge erhalten habe und ob „die Organisation der Landesregierung bekannt sei”, suggeriert ohne jede Grundlage ein Problem, das schlicht nicht existiert.

Eine Liste linker Vereine

Besonders bedenklich ist eine Anfrage vom 30. Juli 2025, in der Anderlan verlangt, dass Mitglieder der Landesregierung eine etwaige Mitgliedschaft in bestimmten Vereinen offenlegen. Die Liste, die er dafür vorlegt, ist aufschlussreich: Man findet unter anderem Fridays for Future Südtirol, Bozen Solidale, Südtiroler Jugendring, Omas gegen rechts – Bozen, Antifa Meran(o), aber auch Centaurus (Arcigay Südtirol) und Alto Adige Pride Südtirol sowie die feministische Gruppe AfZack. Dazu kommen Kulturorte wie Ost West Club, Carambolage, Teatro Cristallo, Südwerk und Centro Trevi [von der Landesverwaltung finanziert und geführt, Anm. d. Verf.], Zeitungen wie FF, Salto und Barfuss, sowie katholisch geprägte Organisationen wie die Katholische Jungschar Südtirols und die Caritas Diözese Bozen-Brixen.

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Gudrun Koflers rechter Daumen – Kein Einzelfall

Gudrun Kofler – Schützen-Mitglied, Netzwerkerin, Politikerin (Süd-Tiroler Freiheit, FPÖ) – spricht nach der „Like“-Affäre von einem „Fehler“. Jedoch war das kein Einzelfall: Sie fällt sie immer wieder durch rechtsextreme Kontakte auf.

IN KÜRZE: Die „Like-Affäre“ um Gudrun Kofler (STF, FPÖ) sorgt für Aufsehen. Kofler „gefiel“ das Foto eines US-Neonazis mit einer verbotenen „Schwarzen Sonne“. Kofler ist in der Leitung der Südtiroler Freiheit und FPÖ-Abgeordnete im Tiroler Landtag. Koflers rechter Daumen ist  kein Einzelfall: Sie fällt wiederholt durch rechtsextreme Kontakte auf. Wir fordern Konsequenzen! Kein Fußbreit für Rechtsextreme!

KOFLERS LIKE: KEIN EINZELFALL

Gudrun Kofler spricht nun von einem „Fehler“, so etwas werde ihr „nicht noch einmal passieren“. Nur: Es ist nicht das erste Mal, dass ihr Daumen ausrutscht. Sie fällt immer wieder durch Kontakte in die rechtsextreme Szene auf.

Gudrun Kofler wird mehrfach im österreichischen Rechtsextremismusbericht 2024 des DÖW erwähnt. Neben Interviews und Beiträgen in rechtsextremen Zeitschriften war sie in den vergangenen Jahren auf mehreren rechtsextremen Vernetzungstreffen.

KOFLER UND RECHTSEXTREME GRUPPEN

Die rechtsextreme Haymon-Gruppe lud 2023 zu einem Vernetzungstreffen nach Schwaz. Mit dabei: Fabian Walch und Gudrun Kofler, beide FPÖ Tirol. Einer der Vortragenden war der umtriebige Rechtsextremist und bekennende Rassist Erik Ahrens.

Die Österreichische Landsmannschaft wird vom DÖW als rechtsextrem eingestuft. Gudrun Kofler trat 2024 als Rednerin bei einer Veranstaltung der ÖLM in Wien auf.

KOFLER UND DIE BURSCHENSCHAFTEN

Kofler ist im burschenschaftlichen Milieu gut vernetzt. Sie folgt über 50 Burschenschaften auf Instagram. Viele von ihnen sind laut Expert:innen rechtsextrem geprägt, etwa die Wiener Burschenschaft Olympia.

Im September 2023 trafen sich in Südtirol/Marling rund 100 Personen aus überwiegend rechtsextremen Burschenschaften des Verbands Deutsche Burschenschaft. Beim Treffen waren neben Otto Mahlknecht und Michael Demanega (Freheitliche) auch Melanie Mair und Gudrun Kofler (STF) mit dabei.

Die Burschenschaft Gothia Salzburg vertritt völkisch-nationale Ideen und unterhält Kontakte zu rechtsextremen Identitären. Gudrun Kofler trat 2024 als Rednerin bei einer Veranstaltung von Gothia und Freiheitlichen Akademikern in Salzburg auf.

KOFLER UND RECHTE MEDIEN

Im Juni 2024 erschien in der rechtsextremen Zeitschrift „Eckart“ ein Interview mit Gudrun Kofler. Kofler bekannte sich dabei zu einem „tiefen Nationalbewusstsein im Sinne von der deutschen Volksgemeinschaft zugehörig“.

Der Heimatkurier war bis 2025 eine Zeitschrift aus dem Umfeld der rechtsextremen Identitären. Gudrun Kofler schrieb nachweislich ab 2022 mehrfach selbst Beiträge, gab Interviews und teilte Artikel in ihren Kanälen.

„LIKE“-AFFÄRE: WAS IST PASSIERT?

Gudrun Kofler hat im Juni auf Instagram das Foto eines gewalttätigen US-Neonazis mit „Gefällt mir“ markiert. Er bezeichnet sich selbst offen als Faschist: „Documenting my fascist odyssey“, steht in seiner Profil-Bio.

Das gelikte Bild zeigt sein Tattoo: die Schwarze Sonne, ein in Österreich verbotenes NS-Symbol und Erkennungszeichen von Rechtsextremen. Nun ermittelt die Innsbrucker Staatsanwaltschaft.

WER IST GUDRUN KOFLER?

Gudrun Kofler sitzt in der Parteileitung der Südtiroler Freiheit. Seit 2022 ist sie Abgeordnete der FPÖ im Tiroler Landtag. Sie ist Schützen-Mitglied. Kofler ist das „Bindeglied“ im Bündnis zwischen Südtiroler Freiheit und FPÖ. Innerhalb der FPÖ gehört sie zum rechts-nationalen Flügel.

Koflers Kandidatur Tirol 2022 sorgte laut Salto.bz parteiintern für Kritik: „Weil Kofler privat mit dem Parteisprecher Fabian Walch liiert ist, üben die FPÖ-Bezirksparteichefs Kritik an Koflers Wahl.Wie die TT am Mittwoch berichtet, ist in diversen Schreiben an die Partei von ‚Freunderlwirtschaft‘ die Rede – und davon, dass die ‚Richtigen an die Futtertröge‘ kämen, die ohnehin schon von der Partei bezahlt würden.“

KEIN FUSSBREIT DEM FASCHISMUS!

Die wiederholten rechtsextremen Eskapaden von Gudrun Kofler dürfen nicht länger folgenlos bleiben! Das sind keine Ausrutscher, sondern gezielte Versuche, den Diskurs nach rechts zu verschieben. Es ist Zeit für eine lautstarke, unmissverständliche Antwort aller antifaschistischen Kräfte: Wir müssen klare Kante zeigen, Konsequenzen einfordern und unsere Werte offensiv verteidigen. Kein Fußbreit dem Faschismus!

Occupy Herz-Jesu-Feuer – Gastbeitrag

Tradition neu denken: „Occupy Herz-Jesu-Feuer“ setzt Zeichen für Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt
(Testo in tedesco e italiano)

Am 14. Juni entflammte auf einer Alm im Pustertal das Herz-Jesu-Feuer mit dem Schriftzug „BUNTES SUDTIROLO“. Wir sind ein breites Bündnis weltoffener SüdtirolerInnen sowie zivilgesellschaftlicher Gruppen und Organisationen aus allen Landesteilen und aller Sprachgruppen. Wir setzen mit dieser Aktion ein Zeichen für ein aufgeschlossenes, warmherziges Südtirol.

Wir leben in Zeiten eines politischen Rechtsrucks, der durch wachsende ökonomische Ungerechtigkeit genährt wird und mit einer zunehmenden Normalisierung autoritärer und ausgrenzender Positionen einhergeht. Südtirol hat zuletzt – etwa bei der Demonstration am 28. Februar in Bozen – gezeigt, dass ein großer Teil der Bevölkerung diesen Entwicklungen kritisch gegenübersteht und ihnen aktiv entgegentritt. Genau in diesem Geist spricht unsere Aktion: Sie steht für ein Südtirol, das von Solidarität, Vielfalt und gegenseitigem Respekt geprägt ist und seine Zukunft nicht in Abgrenzung, sondern im Miteinander sucht. Sie soll jenem großen Anteil an SüdtirolerInnen Ausdruck verleihen, die ein offenes Südtirol ersinnen und dieses bereits täglich aktiv leben.

Die Tradition der Herz-Jesu-Feuer hat in Tirol, Südtirol und Trentino eine lange Geschichte. Neben der religiösen Bedeutung standen die Feuer immer wieder für patriotischen Widerstand und politische Botschaften. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Herz-Jesu-Feuer zunehmend auch von rechten und deutschnationalen Akteuren genutzt, um politische Forderungen und identitätspolitische Botschaften sichtbar zu machen.

Mit der Aktion „Occupy Herz-Jesu-Feuer“ brechen wir diese einseitige Symbolik auf und geben dem Herz-Jesu eine zeitgemäße Bedeutung. Wir sind überzeugt, dass rückwärtsgewandte Opfererzählungen, Ängste vor Identitätsverlust und die fortwährende Spaltung der Sprachgruppen keine konstruktive Grundlage für die Zukunft Südtirols darstellen. Unser „heiliges“ Land verdankt seinen Reichtum vielmehr seiner Vielfalt. Als Grenz-, Transit- und Tourismusregion war Südtirol stets multikulturell geprägt.

Mit Vielfalt meinen wir die Versöhnung und das selbstverständliche Miteinander der Sprachgruppen ebenso wie Offenheit gegenüber Menschen, die nach Südtirol zugezogen sind. Vielfalt bedeutet für uns außerdem die Anerkennung unterschiedlicher Lebensweisen, Lebensentwürfe und Identitäten. Schließlich steht Jesus wie kein anderer im christlichen Glauben für das Gebot der Nächstenliebe.

Nur eine Tradition, die in der Lage ist, gesellschaftliche Veränderungen aufzugreifen und aktuelle soziale Herausforderungen einzubeziehen, kann dauerhaft lebendig bleiben und Identifikation schaffen. Mit unserer Aktion schaffen wir ein Angebot, unser traditionelles Herz-Jesu-Feuer als Zeichen einer offenen, pluralen und zukunftsorientierten Gesellschaft neu zu interpretieren.

Die Aktion wurde unterstützt von:
Alpelibera
Alto Adige Pride Südtirol
Antifa Überetsch
Antifa Brixen (161/brs)
Antifa feminist bookclub Bolzano
Antifa Sarntoul
Antifa Meran
Bozen Solidale
HdS- Haus der Solidarität
Ost West Club Est Ovest
teatro ZAPPA theater Meran
Spazio 77

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Antifa Brixen kritisiert Peacewashing beim Water Light Festival – Gastkommentar

Pressemitteilung der Antifa Brixen / 161_brx/brs

Mit Transparenten und Flyern protestierte Antifa Brixen am letzten Tag des Water Light Festival am Brixner Domplatz gegen die widersprüchliche Friedensrhetorik des Festivals. Die Aktivist:innen kritisieren, dass unter dem Motto „Imagine Peace“ globale Kriege und Militarisierung ästhetisch überblendet werden, während wirtschaftliche und technologische Verbindungen Südtirols zur internationalen Rüstungsindustrie ausgeblendet bleiben.
Am letzten Tag des Water Light Festival machte die Antifaschistische Aktion Brixen (161_brx/brs) mit einer Aktion am Brixner Domplatz auf die Verbindungen Südtirols zur internationalen Rüstungsindustrie aufmerksam. An Gerüsten am Brixner Dom wurden Transparente mit den Aufschriften „Und wo ist der Frieden?“ und „Ma dov’è la pace?“ angebracht. Zusätzlich befestigten die Aktivist:innen Flyer an einer zentralen Installation des Festivals auf dem Domplatz.

Antifa Brixen ist eine offene Gruppe von Menschen aus Brixen, die gesellschaftliche und politische Entwicklungen kritisch beobachten und hinterfragen. Die Gruppe beschreibt Antifaschismus als Haltung für Inklusion, Anti-Autoritarismus und gegen menschenfeindliche Ideologien.

„Die Kriege in Gaza, im Iran und in vielen anderen Teilen der Welt sind Ausdruck imperialistischer Machtpolitik“, heißt es auf den Flyern der Gruppe. „Staaten wie die USA, Israel, Russland und ihre jeweiligen Verbündeten sichern ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen militärisch ab, während weltweit massiv aufgerüstet wird.“ Die Folgen dieser Politik zeigen sich seit Jahren in Ukraine, Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien und aktuell besonders drastisch im Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung in Gaza mit zehntausenden zivilen Opfern, Vertreibung und Zerstörung.




Südtiroler Verflechtungen
Auf den Flyern verweist die Gruppe insbesondere auf die Verbindungen Südtiroler Unternehmen und Institutionen zur internationalen Rüstungsindustrie. Genannt wird dabei der italienische Rüstungskonzern Leonardo S.p.A., der Waffen und Militärtechnologien nach Israel exportiert und zugleich wirtschaftlich mit Südtirol verflochten ist. Leonardo hält Anteile am Südtiroler Drohnenunternehmen Flying Basket und übernahm zuletzt Iveco Defence Vehicles, dessen militärische Fahrzeuge und Komponenten auch in Bozen produziert werden. Kritisiert wird außerdem das Bozner Logistikunternehmen FERCAM, das bereits 2018 ein Joint Venture mit einem israelischen Technologieunternehmen gegründet hatte.
Ebenso thematisiert die Gruppe die Rolle von Eurac Research, einem Hauptpartner des Festivals. Die Eurac stellt ihre Infrastruktur — etwa den TerraXCube — dem Rüstungsunternehmen Iveco Defence Vehicles zur Verfügung.

„Frieden lässt sich nicht einfach imaginieren“, schreibt die Gruppe abschließend. Wer über Frieden sprechen will, muss auch über Waffenproduktion, Militarisierung und die eigene Beteiligung an globalen Gewaltverhältnissen sprechen.

Rassismus raus aus Schulen und Kindergärten!

Eine Schule nur für „einheimische Kinder“, Rechtsextreme im Kindergarten

Der Text wurde am 23.5.2026 überarbeitet.

Darum gehts: Die Waldschule Mauls bei Sterzing warb offen rassistisch für „einheimische Kinder“. Der Rechtsextremist und JWA-Mitarbeiter Raphael Mayrhofer hatte die Webseite für die Schule erstellt. Im Waldkindergarten in Kematen ist Eva Hofer, Sprecherin der rechtsextremen Gruppe „Junge Aktion“, pädagogische Mitarbeiterin. Beide Einrichtungen gehören (bzw. gehörten: die Schule ist mittlerweile geschlossen) zur Organisation Faunus. Wir fordern: Rassismus raus aus unseren Schulen und Kindergärten!

In breve: La Waldschule Mauls nei pressi di Vipiteno pubblicizzava con toni razzisti l’ammissione ai «bambini autoctoni». Raphael Mayrhofer, estremista di destra e collaboratore della JWA, aveva creato il sito web per la scuola. All’asilo nel bosco di Kematen, Eva Hofer, portavoce del gruppo di estrema destra «Junge Aktion», lavora come educatrice. Entrambe le strutture fanno (o facevano: la scuola è stata nel frattempo chiusa) parte dell’organizzazione Faunus. Chiediamo: via il razzismo dalle nostre scuole e dai nostri asili!

Waldschule Mauls (2020-2025) der Genossenschaft Faunus: naturpädagogische Angebote im Wipp- und Pustertal / Bild: instagram/faunus

2020 wird im alten „Seeberhof“ in Mauls bei Sterzing die „Waldschule Mauls“ eröffnet. Vom regulären Schulbetrieb abgemeldet, sollen Kinder dort nach naturpädagogischen Grundstätzen gefördert werden.

Nachdem die Schule in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wurde sie Teil der Organisation „Faunus“, die „Waldkindergärten“ in Brixen, Sterzing und Kematen im Ahrntal betreibt.

Schule nur für „Einheimische“?

2024 geht eine neue Webseite der Waldschule online. Dort ist zu lesen: „Wir, die Waldschule Mauls, sind der Lernort für einheimische Kinder von fünf bis zehn Jahren.“ Der Werbeauftritt im Internet ist nur auf deutsch gehalten, Informationen in Italienisch gibt es nicht.

An einer anderen Stelle der Webseite heißt es: „Wir haben uns bewusst für eine kleine Gruppe einheimischer Kinder entschieden, die wir mit einem hohen Betreuungsschlüssel optimal begleiten können.“

Man zeigt sich offen rassistisch: Kinder, die nicht als „südtirolerisch“ gelten, sind offenbar unerwünscht. Interessierte können sich via „E-Post“ an die Schule wenden.

Schule nur für „Einheimische“: offener Rassismus / Bild: waldschule.org

Ein Rechtsextremer arbeitet mit

Erstellt hat die Webseite der Waldschule Mauls Raphael Mayrhofer aus Brixen. Er ist Mitglied im Verein und tritt in dieser Zeit als Sprecher der Schule auf, nimmt Anrufe von Interessierten entgegen, organisiert eine Feier.

Mayrhofer ist politisch kein Unbekannter: Als Franktionsmitarbeiter des Landtagsabgeordneten Jürgen Wirth-Anderlan ist er seit einigen Jahren für dessen politischen Kurs mitverantwortlich. Ideologisch gilt Mayrhofer als völkischer Nationalist und Rechtsextremist. Er ist mit der osttiroler Neonaziszene vernetzt ebenso wie mit italienischen Neofaschisten.

Fotos zeigen ihn auf dem rechtsextremen Vernetzungstreffen in Mailand 2025. Auch gilt er laut Tageszeitung als Mitgründer der rechtsextremen „Jungen Aktion“ in Südtirol, die Fahrten zu Neonazi-Treffen in Deutschland organisiert und Veranstaltungen von Schwulen, Lesben und Queers angreift.

Raphael Mayrhofer (Mitte) bei einem rechtsextremen Vernetzungstreffen in Mailand 2025 / Bild: flickr/theo.winkler

Erziehung als politisches Projekt

Das Thema Kinder treibt Mayrhofer schon lange um. Er spricht von „Überfremdung“, „Massenmigration“ und „Vermischung der Völker“, und unterstützt lautstark neofaschistische Deportationspläne. Auf Social Media fordert er ein „Bekenntnis zu Volkserhalt, Rasse und biologischer Weltanschauung“. „Alles ist politisch“, schreibt er am 30. April 2025: „Freizeit, Arbeit, Erziehung„.

2025 wurde die Waldschule Mauls aufgrund fehlender Anmeldungen geschlossen. Offenbar war sein Engagement für die Waldschule auch politisch motiviert.

Mauls: Kein Einzelfall

Mayrhofer ist nicht die einzige problematische Personalie bei „Faunus“. In der Kindergartengruppe in Kematen arbeitet Eva Hofer aus dem Pustertal als Pädagogin.

Hofer tritt seit einigen Monaten als Sprecherin der „Jungen Aktion“ in Erscheinung. Ganz im Einklang mit Mayrhofer beklagt sie auf dem Social-Media-Kanal der Gruppe „Massenmigration“ und „überfremdete Schulen und Kindergärten“. Seit einem Jahr begleitet sie die Gruppe bei Ausflügen zu rechtesextremen Veranstaltungen in Wien und Dresden, ihr Social-Media-Profil zeigt ein Runenzeichen.

Eva Hofer: pädagogische Mitarbeiterin von Faunus und Sprecherin auf dem Social-Media-Kanal der „Jungen Aktion“ / Bild: faunus.it, instagram/jungeaktion

Faunus: „Alle Kinder willkommen“

Die Leitung von Faunus hat auf mehrere Anfragen nicht reagiert. Nach der Veröffentlichung der Recherche haben sich die Waldschule-Gründer:innen und die Faunus-Leitung zu Wort gemeldet. Dadurch konnte der Text an einigen Stellen korrigiert werden.

Faunus sieht in der Mitarbeit einer rechtsextremen Agiatorin im pädagogischen Team im Waldkindergarten Kematen keinen Widerspruch:

„Frau Hofer arbeitet für uns. Was die Rückmeldungen von Kolleginnen und Eltern sowie ihr Umgang mit diesen und den Kindern belegen, ist ihre Arbeitsweise im Sinne der Werte des Faunus: Inklusion, Wertschätzung, Miteinander, Umweltbewusstsein. Und diesem Motto getreu, waren und sind alle Kinder in unseren Waldkindergärten willkommen und erfahren eine chancengleiche Erziehung und Bildung, welche in und mit der Natur stattfinden.“ – Niklas Klinge, Faunus

Die fehlende Abgrenzung zeigt, wie weit die Normalisierung von Rechtsextremismus schon fortgeschritten ist. Pädagogische Fachkräfte haben eine wichtige Vorbildfunktion und prägen die Wertehaltung junger Menschen in sensiblen Entwicklungsphasen. Rechtsextreme Akteure nutzen diesen Raum oft subtil, um demokratiefeindliche, rassistische und ausgrenzende Rollenbilder zu normalisieren. Unsere Position ist klar: Rechtsextremismus und Rassismus raus aus Schulen und Kindergärten!

Bozen: 5.000 auf Antifa-Demo

28. Februar 2026. Es war ein unvergesslicher Tag. Und wir haben gesehen: Wenn wir uns bewegen, sind wir stark. Über 5.000 Menschen haben in Bozen an der antifaschistischen Demo teilgenommen und gezeigt: Wir sind mehr. Danke an alle, die dabei waren! Gemeinsam haben wir ein starkes, sichtbares Zeichen gegen Faschismus gesetzt. Das war erst der Anfang! Organisieren wir uns, um Solidarität und Gerechtigkeit in Südtirol nach vorne zu bringen!