Pressemitteilung der Antifa Brixen / 161_brx/brs
Mit Transparenten und Flyern protestierte Antifa Brixen am letzten Tag des Water Light Festival am Brixner Domplatz gegen die widersprüchliche Friedensrhetorik des Festivals. Die Aktivist:innen kritisieren, dass unter dem Motto „Imagine Peace“ globale Kriege und Militarisierung ästhetisch überblendet werden, während wirtschaftliche und technologische Verbindungen Südtirols zur internationalen Rüstungsindustrie ausgeblendet bleiben.
Am letzten Tag des Water Light Festival machte die Antifaschistische Aktion Brixen (161_brx/brs) mit einer Aktion am Brixner Domplatz auf die Verbindungen Südtirols zur internationalen Rüstungsindustrie aufmerksam. An Gerüsten am Brixner Dom wurden Transparente mit den Aufschriften „Und wo ist der Frieden?“ und „Ma dov’è la pace?“ angebracht. Zusätzlich befestigten die Aktivist:innen Flyer an einer zentralen Installation des Festivals auf dem Domplatz.

Antifa Brixen ist eine offene Gruppe von Menschen aus Brixen, die gesellschaftliche und politische Entwicklungen kritisch beobachten und hinterfragen. Die Gruppe beschreibt Antifaschismus als Haltung für Inklusion, Anti-Autoritarismus und gegen menschenfeindliche Ideologien.
„Die Kriege in Gaza, im Iran und in vielen anderen Teilen der Welt sind Ausdruck imperialistischer Machtpolitik“, heißt es auf den Flyern der Gruppe. „Staaten wie die USA, Israel, Russland und ihre jeweiligen Verbündeten sichern ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen militärisch ab, während weltweit massiv aufgerüstet wird.“ Die Folgen dieser Politik zeigen sich seit Jahren in Ukraine, Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien und aktuell besonders drastisch im Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung in Gaza mit zehntausenden zivilen Opfern, Vertreibung und Zerstörung.


Südtiroler Verflechtungen
Auf den Flyern verweist die Gruppe insbesondere auf die Verbindungen Südtiroler Unternehmen und Institutionen zur internationalen Rüstungsindustrie. Genannt wird dabei der italienische Rüstungskonzern Leonardo S.p.A., der Waffen und Militärtechnologien nach Israel exportiert und zugleich wirtschaftlich mit Südtirol verflochten ist. Leonardo hält Anteile am Südtiroler Drohnenunternehmen Flying Basket und übernahm zuletzt Iveco Defence Vehicles, dessen militärische Fahrzeuge und Komponenten auch in Bozen produziert werden. Kritisiert wird außerdem das Bozner Logistikunternehmen FERCAM, das bereits 2018 ein Joint Venture mit einem israelischen Technologieunternehmen gegründet hatte.
Ebenso thematisiert die Gruppe die Rolle von Eurac Research, einem Hauptpartner des Festivals. Die Eurac stellt ihre Infrastruktur — etwa den TerraXCube — dem Rüstungsunternehmen Iveco Defence Vehicles zur Verfügung.
„Frieden lässt sich nicht einfach imaginieren“, schreibt die Gruppe abschließend. Wer über Frieden sprechen will, muss auch über Waffenproduktion, Militarisierung und die eigene Beteiligung an globalen Gewaltverhältnissen sprechen.