Rassismus raus aus Schulen und Kindergärten!

Eine Schule nur für „einheimische Kinder“, Rechtsextreme im Kindergarten

Darum gehts: Die Waldschule Mauls bei Sterzing warb offen rassistisch für „einheimische Kinder“. Der Rechtsextremist und JWA-Mitarbeiter Raphael Mayrhofer übernahm dort eine Leitungsrolle. Im Waldkindergarten in Kematen war Eva Hofer, Sprecherin der rechtsextremen Gruppe „Junge Aktion“, im pädagogischen Team. Beide Einrichtungen gehören zur Organisation Faunus. Wir fordern: Rassismus raus aus unseren Schulen und Kindergärten!

In breve: La Waldschule Mauls nei pressi di Vipiteno pubblicizzava con toni razzisti l’ammissione ai «bambini autoctoni». L’estremista di destra della JWA Raphael Mayrhofer ha assunto un ruolo dirigenziale. All’asilo nel bosco di Kematen, Eva Hofer, portavoce del gruppo di estrema destra «Junge Aktion», faceva parte del team pedagogico. Entrambe le strutture fanno parte dell’organizzazione Faunus. Via il razzismo dalle nostre scuole e dagli asili!

Waldschule Mauls (2020-2025) der Genossenschaft Faunus: naturpädagogische Angebote im Wipp- und Pustertal / Bild: instagram/faunus

2020 wird im alten „Seeberhof“ in Mauls bei Sterzing die „Waldschule Mauls“ eröffnet. Vom regulären Schulbetrieb abgemeldet, sollen Kinder dort nach naturpädagogischen Grundstätzen gefördert werden.

Die Schule soll das bereits bestehende Angebot der Organisation „Faunus“ ergänzen: Es gibt „Waldkindergärten“ in Brixen, Sterzing und Kematen im Ahrntal.

Schule nur für „Einheimische“?

Auf der Webseite der Waldschule steht: „Wir, die Waldschule Mauls, sind der Lernort für einheimische Kinder von fünf bis zehn Jahren.“ Der Werbeauftritt im Internet ist nur auf deutsch gehalten, Informationen in Italienisch gibt es nicht.

An einer anderen Stelle der Webseite heißt es: „Wir haben uns bewusst für eine kleine Gruppe einheimischer Kinder entschieden, die wir mit einem hohen Betreuungsschlüssel optimal begleiten können.“

Man zeigt sich offen rassistisch: Kinder, die nicht als „südtirolerisch“ gelten, sind offenbar unerwünscht. Interessierte können sich via „E-Post“ an die Schule wenden.

Schule nur für „Einheimische“: offener Rassismus / Bild: waldschule.org

Ein Rechtsextremer als Mitarbeiter

Einer der leitenden Mitarbeiter der Waldschule Mauls ist Raphael Mayrhofer aus Brixen. Er tritt als Sprecher auf, nimmt Anrufe von Interessierten entgegen, organisiert einen Tag der offenen Tür.

Mayrhofer ist politisch kein Unbekannter: Als Franktionsmitarbeiter des Landtagsabgeordneten Jürgen Wirth-Anderlan ist er seit einigen Jahren für dessen politischen Kurs mitverantwortlich. Ideologisch gilt Mayrhofer als völkischer Nationalist und Rechtsextremist. Er ist mit der osttiroler Neonaziszene vernetzt ebenso wie mit italienischen Neofaschisten.

Fotos zeigen ihn auf dem rechtsextremen Vernetzungstreffen in Mailand 2025. Auch gilt er laut Tageszeitung als Mitgründer der rechtsextremen „Jungen Aktion“ in Südtirol, die Fahrten zu Neonazi-Treffen in Deutschland organisiert und Veranstaltungen von Schwulen, Lesben und Queers angreift.

Raphael Mayrhofer (Mitte) bei einem rechtsextremen Vernetzungstreffen in Mailand 2025 / Bild: flickr/theo.winkler

Erziehung als politisches Projekt

Das Thema Kinder treibt Mayrhofer schon lange um. Heute spricht er von „Überfremdung“, „Massenmigration“ und „Vermischung der Völker“, und unterstützt lautstark neofaschistische Deportationspläne. Auf Social Media fordert er ein „Bekenntnis zu Volkserhalt, Rasse und biologischer Weltanschauung“.

„Alles ist politisch“, schreibt er am 30. April 2025: „Freizeit, Arbeit, Erziehung„. Offenbar war die Waldschule für ihn auch ein politisches Projekt.

Mauls: Kein Einzelfall

Mayrhofer ist nicht die einzige problematische Personalie bei „Faunus“. Im pädagogischen Team der Kindergartengruppe in Kematen ist laut Webseite auch Eva Hofer aus dem Pustertal. Sie will „ein Wegbegleiter für Kinder zu sein, die so frei und glücklich, im Einklang mit der Natur aufwachsen können“, heißt es da.

Hofer tritt seit einigen Monaten als Sprecherin der „Jungen Aktion“ in Erscheinung. Ganz im Einklang mit Mayrhofer beklagt sie auf dem Social-Media-Kanal der Gruppe „Massenmigration“ und „überfremdete Schulen und Kindergärten“. Seit einem Jahr begleitet sie die Gruppe bei Ausflügen zu rechtesextremen Veranstaltungen in Wien und Dresden, ihr Social-Media-Profil zeigt ein Runenzeichen.

Eva Hofer: pädagogische Mitarbeiterin und Sprecherin auf dem Social-Media-Kanal der „Jungen Aktion“ / Bild: faunus.it, instagram/jungeaktion

Die Leitung schweigt

2025 wurde die Waldschule Mauls aufgrund fehlender Anmeldungen geschlossen.

Viele Fragen bleiben offen. Mayrhofers und Hofers derzeitige Funktionen bei „Faunus“ sind nicht bekannt, die Leitung will sich dazu nicht äußern.

Das Engagement von rechtsextremen Agitator:innen in pädagogischen Einrichtungen ist ein Alarmzeichen. Wir fordern: Rassismus raus aus Schulen und Kindergärten!